Wer sich in den Hartz begibt, kommt darin um!

Mal wieder Märchen erzählen. Von dem Kind, das am Morgen nicht aufstehen wollte. Der Wecker klingelte, die Regentropfen tanzten Hip und Hop auf der Fensterbank, und die Mutter war längst auf dem Weg zum vierten Hartz, um ein wenig Geld zu scheffeln. Einen Vater gab es nicht. Der war längst in Amerika abgetaucht. Oder sonstwo. Das Kind lag also da und murmelte: Solange der blöde Vater nicht kommt, bleibe ich einfach im Bett. Und stand nie wieder auf. Auch die Mutter kam nicht zurück. Die ging irgendwo im finsteren Hartz verloren. Nicht alle Märchen haben ein glückliches Ende.

 

 

Illustration: Joern Schlund

Tütensuppe

Märchen erzählen. Von dem ausgebleichten HartzVier-Kind, das sich nachts auf die Chaussee stellt, sein viel zu großes T-Shirt ausspannt, um ein paar Taler aufzufangen und dem stattdessen nur eine Tütensuppe in den Schoß fällt. Danach steigt es wieder ins kalte Bett, legt die Tüte mit der Suppe unters Kissen und am nächsten Morgen ist aus der Tütensuppe ein schöner Prinz geworden, der unter dem Kissen erstickt ist. Jetzt hat das Kind auch noch den Ärger mit der Leiche.